Klaus Lotter, geb. 1967

Nürnberg, Mittelfranken

Hobbys; Motorräder, Alfa Romeo, Landcruiser und ein gepflegtes Pils mit Freunden

Kontaktadresse:

lotterkl@gmail.com

 

Sandspiele

Eine Leidenschaft von mir ist das Reisen. Und da ich es gerne warm und arabisch habe und Nordafrika recht einfach zu erreichen ist wurde im Laufe der Jahre Tunesien zu meinem Lieblingsreiseland. Wer glaubt das Land zu kennen sollte sich eines besseren belehren lassen. Vielleicht sind die folgenden Bilder ein Anfang zum Umdenken.

In den ersten zwei Reisen ging es noch auf Achse gen Süden. Und da die beste Reisezeit für ein afrikanisches Land der Winter ist geht es auch in der Schweiz durch Kälte und Schnee. Das beste Reisefahrzeug hierfür ist natürlich ein Motorrad, oder?

Doch es ging stets bergauf. Die Ausrüstung verbesserte sich zunehmend und die Erfahrung im Gelände schaffte Sicherheit. Und so drang ich immer weiter ins Hinterland Tunesiens ein. Immer länger wurden die Passagen ohne Piste. Die Navigation wurde zur Herausforderung.

Ich lernte viele nette Leute kennen und auch Typen die einen nur übers Ohr hauen wollten. Bis heute ist der Unterschied anfänglich schwer zu sehen. Hier führte mich die Reise mit meinem Freund Jürgen in das Dahar-Gebirge. Und dort in ein fast verlassenes Hote. Sie hatten viel Freude an den einzigen Gästen.

Auch in Tunesien ist im Februar Winter. Und sobald man in die Berge im Osten durchreist kann es empfindlich kalt werden. Vor allem wenn man auf hohe Temperaturen eingestellt ist. 

Oft war es mühsam und forderte Mensch wie Maschine. Jürgen war damals noch ungeübt und manchmal schwer zu motivieren überhaupt wieder aufzustehen. Doch das Land lässt einen über sich hinauswachsen,...da draußen in der Einsamkeit hilt einen ja sonst keiner. 

Manchmal ist man mittendrin, statt nur dabei. Nachdem wir 2006 einen technischen Defekt am Thomas seiner KTM hatten mussten wir an einer nahegelegenen Ölbohrstation zwangspausieren. Das Essen dort werde ich NIE vergessen ;-(

Gut, das wenn technischer Sachverstand gefragt ist, immer Hilfe in Afrika angeboten wird. Nun, sie redeten ständig doch vom Kupplungswechsel hatten sie keine Ahnung diese Gören. So schnell wie sie auftauchten waren sie auch wieder weg. 

Selbst 2006 ging dann sogar die Heimfahrt schief. Die Überfahrt dauerte fast doppelt so lange. In dem Jahr kappte einfach nichts. Nur der Pastis schmeckte wie immer. 

2008 gab es eine seltsame Begegung mitten in der Wüste um Ghar Ghilane. Leider waren wir damals auf der Suche nach hohen Dünen und keinen kleinen gackernden Chinesinnen auf Bildungsreise im Nirgendwo. 

Kurz nachdem das Bild gemacht wurde hatte Thomas 2008 Bekanntschaft mit einem versteckt verlegten Stacheldraht. Wir hatten Glück, dass er das überlebte. Und für uns war es ein Zeichen die Dinge etwas langsamer angehen zu lassen. 

Das Bild ist zwar nicht besonders schön, doch im Hintergrund erkennt man unsere Grenzen. Der östliche Erg zwang uns Stunden später zum Rückzug. Die Hitze, der Sand und unsere Kondition hatten wir falsch eingeschätzt.

Ein grünes Bild muss natürlich auch mal sein. Auch das ist der Süden Tunesiens. Wunderschön und einsam. Im Frühjahr ein Blumenmeer.

2012 wurde alles anders. Mit 4 Kindern sieht Tunesien einfach anders aus. Denn Kinder sehen dieses Land mit anderen Augen. Besonders nach den Unruhen von 2011 in denen viel der Infrastuktur im Süden des Landes zerstört wurde.

Wir meideten die großen Sandfelder und trieben uns auf festerem Untergrund herum. Und ich durfte ein Tunesien sehen war mir bisher nicht bekannt war. Das Reisen im Wohnmobil war für mich total luxeriös. Eine völlig neue Erfahrung. Im Übrigen. Keiner aus mir und Stephan würde da noch einmal mitfahren ;-(

2016 konnte ich wenigstens mal kurz Sand schnuppern. In Sardinien gab es überraschen viel Dünen, aber, nicht so sehr überraschend wenig sandtaugliches Material. Und.....etwas eingerostet scheine ich auch zu sein.