Klaus Lotter, geb. 1967

Nürnberg, Mittelfranken

Hobbys; Motorräder, Alfa Romeo, Landcruiser und ein gepflegtes Pils mit Freunden

Kontaktadresse:

lotterkl@gmail.com

 

ALFA ROMOE 4C

Seit jeher übt für mich der "Sportwagen" eine besondere Anziehungskraft. Es ist der Zweck für was dieses Fahrzeug konstruiert und gebaut wurde. Diese Leidenschaft aus Form und Technik eine automobile Ikone zu erschafffen. Die pure Form Lebensfreude.

Als erstes Fahrzeug dieser Gattung kaufte ich mir einen Talbot Matra Murena 2.2. Ein Dreisitzer aus Südfrankreich. Vollverzinkte Karosse, Kunststoffhaut und bewährte Motortechnik in schnittiger Form. Nur die Verarbeitung war unterirdisch. Schlimmer wie bei dem Franzosen kam es nie mehr. 

Zurückblickend war mein Mazda RX7 der personifizierte Wolf im Schafspelz. Ein technisches Meisterwerk in unauffälliger japanischer Perfektion. Ein problemloser, nahezu billiger, Wankei-Sportler mit 4 Sitzplätzen und Seltenheitswert. Ich bereue zutieftst das ich den Wagen nach 5 Jahren Begeisterung für ein Butterbrot verkauft habe.

Meinen Porsche 911, G-Modell, Baujahr 1980 erwarb ich in Amerika. Diesen verpasste ich in Deutschland eine Generalsanierung mit H-Zulassung. Der Elfer war eine leidenschaftliche Sportskanone dem seine Jahre auch beim Fahren anzumerken waren. Das war auch der Grund warum ich ihn wieder abgab. Wenn schon Elfer, dann mehr Sportler und weniger Oldtimer. 

Der zweite Porsche war ein Porsche 964 S2. Betörend schön, irrer Sound, top Verarbeitung und sauschnell. Eigentlich war es DER Wagen für mich. Ich brauchte 2 Jahre um ihn in dem Zustand zu bekommen der mir entgegenkam. Leider wurde er beschädigt und dann beschloss ich diese Schönheit zu verkaufen. 

Seit Ende 2015 besitze ich nun einen Alfa Romoe 4C. Ein Porsche sollte es nicht mehr werden. Dafür gabe es einige Gründe. Und andere Fahrzeuge dieser Gattungs sind selten. Die Farbwahl war schwierig. Die Felgenwahl auch. Doch ich konnte mich durchringen. Grau-scharz, pur und italienisch schön.

Gekauft wurde er im Herbst 2015, nach ein paar Wochen trockenen Fußes in die Garage gestellt. Im Januar 2016 mit Saisonkennzeichen (3-10) angemeldet.

Wissenswertes in Sichpunkten:

  • Herstellung in Lohnauftrag bei Maserati in Modena.
  • Herstellung in 125 Stunden Handarbeit.
  • Monocoque-Rahmen aus Carbon in Verbindung mit einer Kunststoffschale. Gebaut wird dieses bei "Adler Plastic" in Neapel.

Warum ausgerechnet ihn? Ganz einfach. Er ist betörend schön und macht selbst von hinten in der Garage ein gutes Bild. 

Es wird viel über die Innenarchitektur und Verarbeitung des 4C kritisiert. Ich kann diesem nur teilweise folgen. Die Türverkleidung z. B. ist schlicht und sportlich gehalten und dadurch passend schön.

Die vordere Mittelkonsole. Ebenfalls nüchtern sportlich. Im Grunde wiederum passend zum Gesamtkonzept. Die Automatik/Getriebeschaltknöpfe hätten jetzt nicht unbedingt aus dem Fiat 500 sein müssen. Aber....wer weiß das schon ;-)

Es klappert nichts. Der Kunststoff einfach, aber stabil. Auf Druck guter Sitz und haptisch solide. Meines Erachtens alles in Allem einfach, doch zeitlos schön.

Die Pedalerie ein Augenschmauss. Leider ganz unten versteckt. Stehende Pedale, Aluminium und Carbon. So schön kann die Reduktion auf das Wesentliche sein.

Nach meinem Gefühl der einzig wirkliche Fehltritt der Autobauer. Diese billig wirkenden und auch haptisch nicht wertigen "Fiat"-Drehknöpfe der Heizung/Lüftung fühlen sich lieblos unter das Amaturenbrett geschraubt. Das wäre sicher besser gegangen.

Im Detail überzeugt der 4C dann doch immer wieder. Welch ein gut verarbeiteter und optisch sehr schön gezeichneter Carbonkubus.

Die drei folgenden Bilder sind alle aus dem linken Kotflügelbereich wo drei Karrosserieteile zusammenlaufen. An der Spiegelung der Deckenlampe kann man recht gut die verschiedenen Lackqualitäten der einzelnen Fahrzeugteile erkennen. Das gibt es bei Porsche nicht und ist ein ganz klarer Fall von schlechter Qualität. Allerdings muss auch wissen, dass der 4C noch traditionell mit der Hand lackiert wird. 

Der Motor ist im Grunde ein alter Bekannter aus bestehenden Modellen.Er wurde jedoch hier aus Aluminium gefertigt und technisch weiter verbessert.

Die Sitze sind als Leder mit roten Nähten und einem Alfa-Emblem im Kopfbereich. DIe Schalen eng und nicht besonders weich. Lange Etappen geraten hier zur Tortur. Die niedrieg sportliche Sitzposition macht eine gute Umsicht unmöglich.

Es gab zwei mögliche Originalfußmatten. Ich habe aud diese bestanden. Einfach und klassisch.

Mit dem original verbauten Radio war ich nicht zufrieden. Es gab/gibt 3 Wahlmöglichkeiten. Nun habe ich den dritten im Biunde verbaut. Am leistungsstärksten und mit  ein paar zusätzliche Einstellmöglichkeiten. 

Hier spielt einem die Heckklappe entgegen. Nach hinten ist die Sicht extrem begrenzt und durch die Trennscheibe von Motorraum zur Fahrgastzelle nochmals behindert. Nicht einmal einen Gasdruckstoßdämpfer konnte Alfa Romeo dem 4C spendieren.

Die obligatorische Ablagetasche an der Rückwand erinnert einen stets daran in welchem Auto man sitzt. ALternativ war auch eine Art Lederverschlusstasche bestellbar. Doch ohne Bezeichnung. Das gefiel mir nicht. 

Die Felgengröße liegt bei der Serie vorne bei 17 Zoll und hinten bei 18 Zoll. Die Launch-Edition verfügte schon im Serientrimm über 18 vorne und 19 hinten. Ich bestellte diese größere Variante sowie die optional erhältlichen traditonellen Alfa-Ring-Felgen in schwarz. 

Die Motorabdeckung des 1750 ccm großen Turbomotors. Eigentlich nichts zum extra zeigen. Doch so schön war bisher noch kein solcher Motor verpackt. Die Aluabdeckung habe ich in rot gestalten lassen. Alfisti halt ;-)

Nach den ersten Touren lernt man den 4C dann langsam kennen. Er ist bereits nach ca. 10 Minuten auf Betriebstemperatur. Da freut einen der doch relativ kleine Motor. Gas nimmt er ab dem ersten Moment sauber an. Freude macht es Ihn allerdings erst nach ca. 85 Grad Wassertemperatur. Dann klingt er so garnicht mehr nach "kleinem" Motor. Der Wagen wird zum Räuber und der Fahrer zum kleinen Kind. Viel zu schnell ist man damit unterwegs und viel zu gierig hängt man am Sound des Motors.

Bei genauer Betrachtung, besonders von hinten, fällt einen der doch recht breite Radkasten auf. Das Rad schließt nicht bündig mit der Karosse ab. Um das zu beseitigen ist eine Spurverbreiterung nötig. Ich habe mich für 1,5 cm pro Rad entschieden. Das ist vorne stimmig,... hinten allerdings würde er das doppelte mit der Originalfelge vertragen. Doch da spielt die Rennleitung nicht mit. Und wer weiß was man da fahrwerksseitig verschlimmbessert. Also.....das muss genügen. 

Es liegt in der Natur der Sache, in den Genen der Sportwagen und Tradition das man bei derlei Fahrzeugen flach am Boden sitzt. Wer es gerne hier extrem mag ist im 4C gut aufgehoben. Gefühlt liegt man auf der Straße. Selbst der Motor erscheint einen übermächtig. Was für eine Flunder

Der 4C ist sicher bisher mein kompromisslosestes Auto. Nicht immer findet man Gefallen an ihm. Doch ist man begeistert.....ist es ein Fahren in einer anderen Welt. Manchmal überlege ich ob ich ihn nicht verkaufe und ein etwas weniger anstrengendes Fahrzeug in die Garage stelle! Doch bisher hatte ich diese "must have"-Gefühl bei keinem anderen Auto.

Update nach 3500 km:

Fahre den Wagen nur in der 2. Saison. Die Begeisterung ist ungebrochen. Bei mir nicht selbstverständlich. Habe den Kauf nicht bereut. 

Der erste Kundendienst kostete mir gut 800 €. Trotz der wenig gefahrenen Kilometer richtig viel Holz. Ich kann sehr im fränkischen Raum die Firma König empfehlen. Ein Alfa-Stückpunkt bei denen ich mich gut aufgehoben gefühlt habe. Die kennen sich wirklich aus. Bei einem solchen Kundendienst wird das ganze Auto überprüft und alle Schraubverbindungen des Chasis nachgezogen. Das kostet hat Arbeitszeit.

 

2017 war ich im Alfa-Museum bei Mailand. Ein MUSS für jeden Fan. Ein tolles Museum das mich wirklich als eher weniger technisch interessierter Fan trotzdem richtig begeistert hat.